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Tempo macht den Meister?

Tempo macht den Meister?

Tempo macht den Meister?

„Wenn du es eilig hast, mach langsam“. Eine alte Weisheit, die man in Anbetracht der immer schneller werdenden Arbeitswelt nicht unbedingt für realisierbar hält, oder doch?

Diese Woche geht es um das Thema „Arbeitstempo“, ein entscheidender Faktor im Berufsleben, sowohl für uns, als auch für unsere Kollegen und Vorgesetzten. Oft assoziieren wir den Begriff mit Stress. Ein zu langsamer Arbeitsalltag kann jedoch auch zu Unterforderung, Langeweile und Müdigkeit führen. Doch welches Tempo ist das richtige? Und welche Zusammenhänge bestehen zwischen Arbeitstempo, Leistung und Zufriedenheit?

In einer Studie der State University Michigan wurde die Tippgeschwindigkeit von Probanden im Zusammenhang mit deren subjektiven Unbehagen untersucht. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Probanden mit ihrer selbst gewählten Geschwindigkeit deutlich zufriedener wahren als bei ihrer maximalen Tippgeschwindigkeit. Außerdem variierte die gewählte Geschwindigkeit stark: Probanden die das Tippen gut konnten, wählten von sich aus ein schnelleres Tempo bei dem sie sich wohl fühlten. Wir sind also schneller in dem was wir gut können und zufriedener, wenn wir dabei selbst bestimmen dürfen wie schnell wir Aufgaben erledigen.

In der Arbeitswelt 4.0 laufen viele Prozesse beschleunigt ab und von Mitarbeitern wird erwartet mit dem Innovationszyklus mitzuhalten. Laut Forbes fühlen sich gerade Mitarbeiter in den Bereichen Fertigung, Forschung und Entwicklung, Informationstechnologie und Marketing überfordert. Das zunehmende Arbeitstempo wird dabei von jüngeren Befragten positiver bewertet als von älteren (IAP Studie, 2017).

Schneller heißt nicht unbedingt besser

Langsamer zu arbeiten bedeutet jedoch keinesfalls, dass eine schlechtere Leistung erbracht wird solange wir uns der Aufgabe widmen können. Faktoren wie Stress, Zeitdruck oder viele Unterbrechungen sind eher dafür verantwortlich, wenn sich am Ende Fehler einschleichen. Wichtiger ist es Aufgaben zu identifizieren, die uns Zeit rauben und zu lernen besser Prioritäten zu setzen. So gibt es viele Möglichkeiten Leistung zu erhöhen, ohne das Arbeitstempo zu steigern. Beispielsweise indem man mehr Aufgaben delegiert, um mehr Zeit für Relevantes zu haben. Außerdem hilft es schwierige, fordernde Aufgaben in kleinere Arbeitseinheiten zu unterteilen, damit diese nicht zu erdrückend erscheinen. Denn wer immer nur „schneller, schneller, schneller“ denkt, wird über kurz oder lang psychisch belastet, was im schlimmsten Fall zum Burn-out führen kann.

Interessant ist auch, dass unsere Geschwindigkeit im Leben und im Job von geografischen und sozio-kulturellen Faktoren abhängig ist. Dies zeigt eine Studie der California State University, bei der Forscher die Geschwindigkeit des Lebens in verschiedenen Ländern miteinander verglichen. Insgesamt war das Lebenstempo in Japan und den Ländern Westeuropas am höchsten und in den wirtschaftlich unterentwickelten Ländern am langsamsten. In kälteren Klimazonen, wirtschaftlich produktiven Ländern und in individualistischen Kulturen war das Tempo deutlich höher. „Schnellere Orte“ wiesen dabei tendenziell höhere Sterberaten bei koronarer Herzkrankheit und höhere Raucherraten auf.

Warum gerade jetzt das Arbeitstempo an Relevanz gewinnt

Gerade in Zeiten von Corona ändert sich der Anspruch an Erwerbstätige. Das Arbeitstempo zu hinterfragen kann hierbei helfen sich neuen Arbeitsabläufen, -orten und -aufgaben zu stellen und sich in der Krise nicht überwältigt zu fühlen. Gerade bei neuen Technologien und Programmen, deren Umgang in der Krise erlernt werden muss, fühlen sich ältere Erwerbstätige abgehängt. In einem Interview mit dem Spiegel rät Karriereberaterin Svenja Hofert: „Wer vor allem auf Effektivität blickt, produziert aus dieser Haltung heraus Arbeitsmaschinen, die eine Zeit lang funktionieren, aber dann ausgetauscht oder recycelt werden müssen. Wer allerdings auf individuelles Tempo, Möglichkeiten und innere Freude achtet, der bringt Menschen voran, die sich wohl fühlen und Spaß am Job haben. Und zwar mit exakt den gleichen fachlichen und methodischen Inhalten.“

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